Standard IFRS 16 – Leasings seit dem 1. 1. 2019

14.6.2019

Eine Reihe von Unternehmen muss ihre Bilanzen, GuVs, Cash-Flows, Eigenkapitalveränderungsrechnungen, Anhänge zu Jahresabschlüssen und zusammenhängende Informationen nicht nur im Einklang mit tschechischen Gesetzen und Rechnungslegungsstandards aufstellen, sondern auch nach den Internationalen Rechnungslegungsvorschriften für Unternehmen (IFRS).  Es handelt sich insbesondere um Unternehmen, die für ihre ausländischen Muttergesellschaften regelmäßig Berichte erstatten oder Unterlagen für den Konzernabschluss vorlegen.

Die letzte große Änderung der IFRS-Vorschriften, die zum 1. 1. 2019 in Kraft getreten ist, ist die Änderung der Ausweisung von operativen Leasings – „Mieten“, das der IFRS Standard 16 regelt. Die Änderung verwischt den früheren Unterschied der Ausweisungen von Finanzierungsleasings und operativen Leasings. Worin besteht die Änderung?

Als ein einfaches Beispiel nehmen wir ein Autoleasing im Gesamtwert von 1.000 TCZK für 4 Jahre. Zinssatz 4 %.

1. Wo befindet sich das Leasing in der Bilanz des Leasingnehmers?

Das Nutzungsrecht an dem geleasten Vermögensgegenstand ist neu als Aktiva auszuweisen, also ähnlich wie das „eigene“ Vermögen. Als Passiva steht der Ist-Wert der künftigen Verbindlichkeit (wird mit Diskontierung festgelegt). Leasingraten werden als Senkung, also Tilgung der Verbindlichkeit ausgewiesen und beeinflussen nicht das Ergebnis.  

2. Wie wird in der GuV des Leasingnehmers ausgewiesen?

Das Nutzungsrecht an dem geleasten Vermögensgegenstand wird abgeschrieben und der Diskont wird als Zinsaufwand ausgewiesen. Gegenüber der früheren Regelung haben sich der Aufwandcharakter und die Rechnungsabgrenzung (wegen der Verbindlichkeitsdiskontierung) geändert.

  

3. Welches operative Leasing betrifft IFRS 16?

Die Wertermittlung ist gewöhnlich nicht so einfach wie in unserem Beispiel. In der Praxis kommen komplizierte Fälle vor, beginnend mit der Entscheidung, ob IFRS 16 überhaupt auf das konkrete Leasing anzuwenden ist. Die Berechnung selbst kann die Ratenvariabilität erschweren, die Ermittlung des Zinssatzes für Diskontierung, Veränderung der Leasingdauer, Kosten für die Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandes beim Vermögensgegenstand, Bedingungen für die Erzielung eines günstigeren Preises … und last but not least die erste Anwendung dieser Regeln.

Die Neuerung betrifft vor allem Leasingnehmer und im Falle eines größeren Leasingumfangs können dadurch sehr grundlegend auch die Bilanzwerte und die aus der Bilanz sich ergebenden betriebswirtschaftlichen Kennzahlen beeinflusst werden. Aus Sicht des Lesers des Jahresabschlusses kommen die abgeschlossenen Leasingverhältnisse direkt in der Bilanz zum Vorschein und werden nicht wie früher im Anhang „versteckt“.

Es ist daher höchste Zeit zu bedenken, wie der neue IFRS 16 das wirtschaftliche Bild Ihres Unternehmens beeinflusst und ob Sie beim Abschluss der Leasingverträge geeignete Bedingungen wählen.




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