99% der Buchhalter werden innerhalb von 20 Jahren durch Computer ersetzt?

21.9.2016

Dies behauptet die University of Oxford in ihrer umfangreichen Studie über die Wahrscheinlichkeit des Ersatzes von 702 diversen Berufen durch Computer in den folgenden 20 Jahren. Routinearbeiten bei der Übermittlung, beim Abschreiben der buchhalterischen Angaben, deren Sortierung und Verarbeitung werden durch neue Technologien ersetzt. Der Beruf Buchhalter wird anspruchsvoller und interessanter. Es bleibt nur sein kreatives, flexibles und anpassungsfähiges Engagement. Unser schöner Beruf hat eine große Gelegenheit vor sich. Eine Perspektive, in der es schwer sein wird diese voll auszuschöpfen. Der Beruf Buchhalter wird weitere Kenntnisse erfordern, die uns von der Routine entlasten. Für diejenigen, die diese Entwicklung schaffen, wird er jedoch sehr attraktiv.

Die Industrie setzt sehr intensiv Ideen um, die mit dem Begriff „Industrie 4.0“ bezeichnet werden. In unserem Fach ist es nötig die aktuelle Entwicklung zu verfolgen, die sich nun beschleunigt.

Ab dem 01.07.2016 trat die EU-Verordnung „eIDAS“ in Kraft, die ermöglicht, die Sicherheit und Beweiskraft der automatischen elektronischen Kommunikation in der Europäischen Union zu erhöhen.  Im Zusammenhang mit den Pflichtübermittlungen von Kontrollmeldungen zu Umsatzsteuervoranmeldungen, d.i. Auflistungen von einzelnen Belegen und deren Details, erfolgte eine Anpassung von QR-Codes, die ein einfaches Lesen der Mehrheit der wesentlichen buchhalterischen Informationen ermöglichen.

Die nächste Anforderung und der nächste Impuls zur Anschaffung von neuen Technologien und deren Online-Funktionen, wird die in Tschechien ab Dezember 2016 einzuführende elektronische Erfassung von Umsätzen. Dabei wird fast die Möglichkeit der manuellen Verarbeitung von Belegen ausgeschlossen.  Diese wird deutlich ineffizienter.

Es geht um Teilschritte. Diese beschleunigen sich jedoch. Der Ersatz von Arbeitsstellen durch Computer wird schneller sein als die Schaffung von neuen Arbeitsplätzen in anderen Fächern. In Finnland und in den USA verlaufen bereits Experimente mit Monatseinkommen ohne die Notwendigkeit einen Beruf auszuüben. Daher müssen wir intensiv die laufenden Änderungen verfolgen und diese nicht als Bedrohung sehen, sondern als eine Gelegenheit für den Beruf des Buchhaltersund Beraters. Für Sie –  unsere Kunden.

Es sind auch weitere gesetzliche Änderungen zu erwarten, wie z. B. das in Deutschland verabschiedete Gesetz zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens oder die Schlüsse des European Multi Stakeholder Forum on Electronic Invoicing. In den deutschsprachigen Ländern wird das Format ZUGFeRD, PDF/A-3 zum Standard, das im Einklang mit der Arbeit des erwähnten EU-Forums steht, und das buchhalterische Daten im xml-Format beinhaltet. Dieses Format kann auch in weiteren Ländern übernommen werden. Hoffentlich kommt es nicht zur Komplizierung mit anderen Formaten und zum Erfinden des bereits Erfundenen.  Dank diesem Standardformat entfällt auch das OCR-Lesen der eingescannten oder erhaltenen Belege.

Insbesondere für die mittelgroßen Unternehmen wird es günstiger sein, Gebrauch von externen Buchhaltungsexperten zu machen, statt eigene zu beschäftigen, denn es wird nicht viele von denen geben, die die neuen Trends komplex schaffen. Der Wert der Buchhaltungsexperten wird so steigen. Genauso werden sich die Kunden keine neuen Technologien anschaffen müssen und Gebrauch von externen Dienstleistern machen. Diese werden in der realen Zeit mit ihren Kunden viel mehr verbunden sein und für sie wertvolle Informationen aus ihrer Geschäftstätigkeit vorbereiten.

Die Technologien für die von Computern lesbaren Daten, automatisierte Workflows, die ohne menschlichen Eingriff fehlerfrei archivieren, prüfen, buchen und Überweisungsaufträge für deren Bestätigungen vorbereiten, gibt es bereits. Nun wird es um deren Mentalbewältigung, effektive Installierung und Kommunikation unter Kunden gehen. Nach unseren Erfahrungen ist diese Kommunikation unter Kunden und deren richtige Einstellung sowie Bewältigung zwecks der Änderung der bisherigen Kommunikation in eine vollständig digitale Kommunikation für den Fortschritt ein Muss.




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