Auswirkungen der Änderung des Devisenkurses auf den Jahresabschluss

2.2.2014

Die meisten Manager fangen nun an die Verluste zu beziffern, die Sie wegen der Kronenwechselkursanpassung im November erlitten haben.  Mit der Möglichkeit der Absicherung gegen die unerwartete Entwicklung der Zinssätze habe ich mich bereits  in der Ausgabe der MO(O)RE NEWS CZECH 4/2013 beschäftigt,  die auf unseren Webseiten veröffentlicht wurde. Diesmal würde ich mich nun den handelsrechtlichen Aspekten der Wechselkursunterschiede widmen, insbesondere denen bei den in Fremdwährungen denominierten Krediten, da die Auswirkung der Neubewertung gerade jetzt, bei der Aufstellung der Jahresabschlüsse zum 31.12.2013, in vollem Maße zum Vorschein kommt.

Die Buchführungseinheiten verwenden für die Umrechnung ihrer Aktiva und Verbindlichkeiten den Währungskurs zum Stichtag, wobei sie die Währungskursunterschiede als Erträge bzw. Kosten buchen. Diese Regel gilt nicht ausnahmslos, insbesondere im Falle der Neubewertungen von Wertpapieren und Beteiligungen werden die Währungskursunterschiede Teil der Bewertung zum Realwert oder der Bewertung mit der Äquivalenz. Und gerade im Falle der Neubewertung mit der Äquivalenz werden die nicht realisierten Wechselkursunterschiede über die Eigenkapitalposten gebucht. Dieser Buchungsvorgang ist sehr  verbreitet und die Buchführungseinheiten kennen ihn ziemlich gut. Ein ähnlicher Vorgang (d.h. die Methode der Buchung der Wechselkursunterschiede über die Eigenkapitalposten) kann auch bei Wechselkursunterschieden bei den in einer Fremdwährung denominierten Krediten angewandt werden. Dabei muss aber die Bedingung erfüllt werden,  dass es sich um eine Währungsrisikoabsicherung handelt. Was heißt das?

Einfach gesagt, haben Sie Umsatzerlöse aus Lieferungen oder Leistungen in Euro und verwenden Sie diese Euro gerade zur Rückzahlung des in Euro denominierten Kredits, dann haben Sie fast das große Los gewonnen. Das Privilegium über das Eigenkapital zu buchen ist jedoch nicht umsonst, es ist mit einer  grundlegenden Bedingung verbunden –  dem sog. Hedge Accounting. Sollten Sie sich nicht sicher sein, welche Parameter für das Hedge Accounting zu erfüllen sind, wie es auszusehen hat und wann es zu führen ist,  dann wenden Sie sich an unsere Experten, die Sie gerne beraten.

Dann lohnt sich auch die verwaltungstechnische Arbeit, die mit der Führung des Hedge Accounting verbunden ist.  Die Wechselkursumrechnung wird im Rahmen des Eigenkapitals ausgewiesen, ist somit ergebnisneutral.

Die oben genannte Lösung hat selbstverständlich eine Auswirkung auf die Steuerlage der Gesellschaft.  Die nicht realisierten Wechselkursunterschiede, die über die Eigenkapitalposten gebucht werden, beeinflussen die Steuergrundlage der Gesellschaft nicht. Der Vollständigkeit halber ergänze ich, dass die zusammenhängende latente Steuer ebenfalls gegen die Eigenkapitalposten gebucht wird, was ganz im Einklang mit den Anforderungen auf die Vermittlung des den tatsächlichen Verhältnissen entsprechenden Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage steht.

 

Autor: Jiří Liberda




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