Die ersten Erfahrungen mit der elektronischen Umsatzerfassung

17.12.2016

Am 1. Dezember 2016 startete der verbindliche Betrieb der elektronischen Umsatzerfassung in Tschechien. In der 1. Phase werden Barzahlungen, Kartenzahlungen oder in einer ähnlichen Form vorgenommenen Umsätze aus Tätigkeiten im Bereich der Hotel- und Gaststättengewerbe erfasst. Im März des Folgejahres kommt eine große Gruppe von Unternehmern hinzu, die im Bereich Einzelhandel und Großhandel tätig sind. Ab 2018 sollten die Umsätze aus sonstigen Tätigkeiten der Pflichterfassung unterliegen.

Das Finanzministerium der Tschechischen Republik geht von einer Erhöhung der Staatshaushaltseinnahmen bis zu 18 Milliarden CZK aus. Experten sind skeptischer. Bereits zum heutigen Tag beendeten einige Restaurants und Cafés ihre Geschäftstätigkeit. Die übrigen Steuerpflichtigen dürfen die Steuerbemessungsgrundlage um die anfänglichen und regelmäßigen Kosten für die Erfüllung dieser Pflicht senken.  Wie sind also diese Einnahmen zu erzielen?

Es kann passieren, dass mehrere Subjekte wegen der Überschreitung des Umsatzes von 1 Million Kronen zu Umsatzsteuerpflichtigen werden. Oder die Erlöse des Subjekts werden sich rapide erhöhen und damit auch die Einkommensteuer. Die Steuerverwaltung sagt inoffiziell zu, dass die Vorjahre in so einem Fall kein Gegenstand von Betriebsprüfungen der Finanzämter werden.
Eine weitere Möglichkeit ist, dass die Prüfer der Finanz- und Zollverwaltung den erforderlichen Betrag in den Staatshaushalt bringen. Als nicht standardisiertes Mittel dazu dient auch die Möglichkeit, anonym den Steuerpflichtigen anzuzeigen, der keine Quittung ausgestellt hat. Die Höhe der Sanktion kann in diesem Fall bis zu 500 TCZK betragen. Beim wiederholten Gesetzesverstoß kann die jeweilige Betriebsstätte auch stillgelegt werden.

Bereits seit 9 Monaten schule ich gewissenhafte Unternehmer und bereite sie auf diese Pflicht vor. Leider beinhaltet das Gesetz momentan, das nur mit einer methodischen Information ausgelegt ist, bereits einige Ausnahmen und Auslegungsunklarheiten. Die politische Lage ist zudem für weitere Ausnahmen offen, z.B. bei Internetgeschäften, für Unternehmer mit einem Umsatz bis zu 250 TCZK oder für bestimmte Finanztätigkeiten. Was und in welchem Umfang zum Schluss genehmigt wird, steht in den Sternen mitunter auch deswegen, dass in 2017 die Abgeordnetenkammerwahlen stattfinden…

Höchstwahrscheinlich werden sich Steuerhinterziehungen nicht ganz verhindert lassen. Was fest steht ist, dass zehntausende Subjekte verpflichtet werden ab März 2017 die erzielten Umsätze zu erfassen. Gerne beantworte ich Ihre Fragen und finde für Sie eine optimale Lösung für Ihre Gesellschaft.




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