Elektronische Umsatzerfassung bei „suplimentären Tätigkeiten“ ab 1. 1. 2018

4.1.2018

Sofern Sie in Ihrer Betriebsstätte Gebrauch von der Möglichkeit der Aufschiebung der Pflicht, Umsätze elektronisch zu erfassen in den Zeitraum machten, in den Ihre Hauptgeschäftstätigkeit hinfällt, müssen Sie prüfen, ob Ihnen die Pflicht nicht entsteht, aus diesen Minoritätstätigkeiten Umsätze elektronisch bereits ab 01.01.2018 zu erfassen.

Die Analyse wird im Einklang mit der Ergänzung des Merkblattes zur Anwendung des Gesetzes über die elektronische Umsatzerfassung durchgeführt. Der Steuerpflichtige kann mehrere Haupttätigkeiten je nach Umsatzvolumen haben. Als suplimentäre Tätigkeiten gelten die Tätigkeiten, die dem Steuerpflichtigen nicht als Haupttätigkeiten zuzuschreiben sind. Das Jahresumsatzlimit für diese Tätigkeiten beträgt insgesamt 175 TCZK. Falls die Umsätze aus suplimentären Tätigkeiten mehr als 50 % aller Umsätze betragen oder die Jahresumsätze aus diesen den Betrag von 175 TCZK überschreiten, kann eine Aufschiebung nicht angewandt werden. Diese zwei Bedingungen werden für jede Betriebsstätte des Steuerpflichtigen separat verfolgt.

Der Übersichtlichkeit halber nennen wir ein Beispiel:

Ein Friseursalon, der ab dem 01.06.2018 verpflichtet ist Umsätze elektronisch zu erfassen, verkauft auch Einzelhandelswaren (Haarlacke, Shampoos,…). Der Einzelhandelsverkauf unterliegt seit dem 01.03.2017 der elektronischen Umsatzerfassung. In dieser Betriebsstätte betrugen die Umsätze aus der Einzelhandelstätigkeit für das ganze Jahr 2016 weniger als 50 % aller Umsätze und diese Umsätze überschritten zugleich nicht den Betrag von 175 TCZK. Der Steuerpflichtige entschied sich diese Umsätze nicht freiwillig zu erfassen. Da beide Bedingungen für eine mögliche Aufschiebung der Pflichtumsatzerfassung für suplimentären Tätigkeiten erfüllt wurden, erfasst der Friseursalon die Umsätze aus dem Einzelhandelsverkauf in 2017 nicht.

Zum 31.12.2017 ist es nötig auf Grundlage der Zahlen für das ganze Jahr 2017 zu prüfen, ob die Bedingungen für die Aufschiebung der elektronischen Umsatzerfassung für suplimentäre Tätigkeiten immer gültig sind.  Nehmen wir den Fall an, dass die Umsätze aus diesen Tätigkeiten in 2017 in dieser Betriebsstätte immer noch weniger als 50 % der Gesamtumsätze ausmachen und dass das Jahreslimit der   suplimentären Tätigkeiten von 175 TCZK für Umsätze in dieser Betriebsstätte:

  1. überschritten wurde, sind die Umsätze aus dem Einzelhandelsverkauf ab 01.01.2018 elektronisch zu erfassen,
  2. nicht überschritten wurde, kann die elektronische Pflichtumsatzerfassung bis zum 31.05.2018 aufgeschoben werden. Ab 01.06.2018 sind dann alle Umsätze im Friseursalon elektronisch zu erfassen.

Bei Rückfragen oder Unterstützungsbedarf an der Analyse der Möglichkeit der (weiteren) Aufschiebung der Umsatzerfassung aus suplimentären Tätigkeiten stehen wir Ihnen gerne jederzeit zur Verfügung.




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