Erbbaurecht aus der Sicht der Novelle der Durchführungsverordnung zum Buchhaltungsgesetz 2015

17.3.2015

Das tschechische Bürgerliche Gesetzbuch führte letztes Jahr den Begriff „Erbbaurecht“ ein, d.h. ein spezielles dingliches Recht an einer fremden Sache, wodurch die Person, die dieses Recht hat, berechtigt wird auf einem fremden Grundstück ein Bauwerk zu haben und dieses zu nutzen. Die Novelle der Verordnung behandelt buchhalterische Lösungen, die Bewertung und Abschreibung des Rechtsinstruments Erbbaurecht als einer im Grundbuch eingetragenen Immobilie.      

Gegenüber 2014 ist das Erbbaurecht kein Bestandteil der Anschaffungskosten des Bauwerkes oder dessen technischen Aufwertung mehr. Das Erbbaurecht wird ohne Rücksicht auf das Vorhaben dessen Anschaffung als ein selbständiges Aktivum verstanden, das auf ein separates Konto gebucht wird und das seine eigene Abschreibungsweise ohne Rücksicht darauf hat, ob das Bauwerk nachfolgend errichtet oder die technische Aufwertung durchgeführt wird. Es ist in der Bilanz im Posten „Bauten“ auszuweisen. Das Erbbaurecht kann unentgeltlich, für ein einmaliges Entgelt oder ein Entgelt zu gleichbleibenden Raten angeschafft werden, und zwar auf bestimmte Zeit – höchstens für 99 Jahre. Es wird während dessen Dauer abgeschrieben, nach dem Ablauf ist sein Wert 0, da die Auseinandersetzung des Grundstückseigentümers mit dem Bauberechtigten beim Erlöschen des Erbbaurechts nur das Bauwerk betrifft.

Wird das Erbbaurecht zugleich mit dem Bauwerk mit einem Betrag angeschafft, ist der Betrag in 2 Beträge zu teilen, und zwar in den Teil, der der Bewertung des Erbbaurechts entspricht und in den Teil, der der Bewertung des Bauwerkes entspricht. Beide Aktiva sind dabei entsprechend dem Prinzip des Fair and True View auszuweisen, d.h. zu Realwerten. Falls Sie beabsichtigen mit dem Erbbaurecht zu handeln, kann dieses Aktivum als Ware ausgewiesen werden. Aus der Sicht des Grundstückseigentümers, d.i. des Erbbaurechtsgebers, wird bei der entgeltlichen Einräumung des Erbbaurechts als eine Forderung und ein Ertrag unter der Einhaltung des Periodisierungsprinzips gebucht. Abschließend möchte ich darauf hinweisen, dass gemäß der Übergangsbestimmung so bereits im Jahresabschluss verfahren werden kann, der nach dem 01.01.2015 für einen in 2014 begonnenen Zeitraum aufgestellt wird.

 

Verfasserin: Jitka Fanturová, Audit Partner




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