Frankreich im Wirbel der elektronischen Rechnungsstellung

21.9.2016

Fast 100 Millionen Rechnungen pro Jahr, 1.115.000 Dienstleister für den öffentlichen Sektor, 77.500 betroffene öffentliche Subjekte – in Frankreich muss der Staat seit dem 1. Januar 2012 alle Rechnungen von Leistenden elektronisch empfangen. Es ist daher ein spezielles Portal Chorus-Factures entstanden, das es ermöglicht, die Rechnung aufzunehmen und deren Verlauf zu verfolgen, d.h. von dem Erhalt bis zur Bezahlung, wobei die Rechnungen automatisch ins Informationssystem Chorus (Software) übertragen werden.

Zum 1. Januar 2017 werden zusätzlich auch die Organe der Kommunen und öffentliche Institutionen verpflichtet sein, Rechnungen elektronisch zu empfangen – nicht nur zu empfangen, sondern auch alle Rechnungen elektronisch auszuhändigen. Alle Dienstleister im öffentlichen Sektor werden sich allmählich diesem System anschließen, und zwar nach dem nachstehenden Zeitplan:

• ab 1. Januar 2017 große Unternehmen (mehr als 5000 Mitarbeiter) und öffentliche Subjekte;
• ab 1. Januar 2018 mittelgroße Firmen (250 bis 500 Mitarbeiter);
• ab 1. Januar 2019 kleine und mittlere Unternehmen (10 bis 250 Mitarbeiter);
• ab 1. Januar 2020 Mikrounternehmen (weniger als 10 Mitarbeiter).

Die Agentur für Finanzinformationssysteme des Staats (AIFE) entwickelt daher derzeit eine gemeinsame Lösung – das System Chorus Pro. Die neue kostenlose Lösung stützt auf das System des elektronischen Datenaustausches (EDI). Die in diesem Modus verbundenen Leistenden übertragen die Rechnungen in dem sog. Modus „flow“ in Form von strukturierten Datendateien.

Für Leistende mit einer kleineren Anzahl von Rechnungen gibt es noch eine zweite Möglichkeit von elektronischer Kommunikation, und zwar die Formate XML oder PDF (unterschrieben oder nicht unterschrieben). Die Rechnungen im Chorus Pro werden für 10 Jahre aufbewahrt, das ganze System wird über Internet erreichbar sein.

Auf den Weg zur elektronischen Rechnungsstellung haben sich auch weitere europäische Länder gemacht: z.B. werden in Dänemark Rechnungen mit Staatsinstitutionen bereits seit 2005 elektronisch ausgetauscht. Schweden, die Niederlande und Deutschland planen diese Pflicht bis Ende 2018 einzuführen.






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