Freiwillige betriebliche Zusatzleistungen

9.2.2017

Besonders in der Zeit des wirtschaftlichen Wachstums und Mangels an freien Arbeitskräften können freiwillige betriebliche Zusatzleistungen helfen, qualifizierte Mitarbeiter zu halten und deren Zufriedenheit zu erhöhen. Nachstehend werden die häufigsten freiwilligen betrieblichen Zusatzleistungen und deren richtige Besteuerung dargestellt.

 

Beiträge des Arbeitgebers für private Rentenzusatzversicherung, für Zusatzrentensparen und private Lebensversicherung des Arbeitnehmers

Beiträge des Arbeitgebers, die insgesamt 50.000,- CZK pro Jahr für alle o.a. Versicherungsarten nicht überschreiten, sind steuerfreie Einnahmen des Arbeitnehmers. Die Freigrenze wurde ab 01.01.2017 erhöht. Die Voraussetzung für die Steuerbefreiung ist, dass der Arbeitnehmer im Rentenzusatzversicherungsvertrag die Auszahlung erst nach 60 Kalendermonaten und zugleich erst   in dem Jahr zu vereinbaren hat, in dem er das Alter von 60 Jahren erreicht. Die Versicherungsvertragsbedingungen dürfen nicht die Auszahlung einer anderen Einnahme ermöglichen, die keine Versicherungsleistung ist und der das Erlöschen des Versicherungsvertrags zugrunde liegt. Von der Steuerbegünstigung kann kein Gebrauch gemacht werden, wenn der Arbeitgeber die Beiträge direkt an den Arbeitnehmer auszahlt.

Beim Arbeitgeber sind die Arbeitgeberbeiträge an den Arbeitnehmer immer steuerlich absetzbare Aufwendungen ohne Rücksicht auf deren Höhe, sofern deren Gewährung sich aus dem Tarifvertrag, interner Vorschrift des Arbeitgebers, aus dem Arbeitsvertrag oder einem anderen Vertrag ergibt.

 

Kostenerstattungen des Arbeitgebers für Gesundheitsmaßnahmen, Kultur- und Sportveranstaltungen sowie Erholung

Der Arbeitgeber kann dem Arbeitnehmer und dessen Familienangehörigen z.B. Kosten für Theaterbesuche, Massagen oder Rehabilitationen, medizinische Untersuchungen, Impfungen, Fitnessstudiomitgliedschaft oder Eintritte in Sportveranstaltungen erstatten. Alle diese freiwilligen betrieblichen Zusatzleistungen sind von der Lohnsteuer unter der Voraussetzung befreit, wenn es sich ausschließlich um eine Sachleistung des Arbeitgebers handelt. Von der Steuer sind die o.a. Sachleistungen ohne Obergrenze befreit. Eine einzige Ausnahme stellt die Kostenerstattung für Erholung dar, hier beträgt die Befreiung nur bis zu 20.000,- CZK pro Kalenderjahr.

Beim Arbeitgeber handelt es sich stets um steuerlich nicht absetzbare Aufwendungen. Die Aufwendungen sind aus dem Kultur- und Sozialfonds, aus einem anderen Sozialfonds oder aus dem Gewinn nach Steuer zurückzuerstatten, da es sich um steuerlich nicht absetzbaren Aufwand handelt.

 

Kindergärten

Aufwendungen für den Betrieb des eigenen Kindergartens oder Kostenerstattung für den von einem anderen Subjekt betriebenen Kindergarten gelten für den Arbeitgeber als steuerlich absetzbare Aufwendungen. Beim Arbeitnehmer handelt es sich um eine Einnahme, die der Lohnsteuer unterliegt.  Der Arbeitgeber kann sich entscheiden, dass die Sachleistung für steuerlich nicht absetzbare Aufwendung gehalten wird, dann wird die Sachleistung beim Arbeitnehmer eine steuerfreie Einnahme.

 

Betriebsbusse und Kostenerstattungen für Fahrten zwischen Wohnort und Arbeitsplatz

Können die Arbeitnehmer kostenlos mit Betriebsbus zwischen Wohnort und Arbeitsplatz fahren, handelt es sich beim Arbeitnehmer um eine Sachleistung in Höhe des üblichen Preises, den er bei der Benutzung der öffentlichen Verkehrsmittel zahlen würde. Diese Sachleistung des Arbeitnehmers unterliegt der Lohnsteuer. Erstattet der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer die Kosten für den verbrauchten Kraftstoff bei Fahrten zwischen Wohnort und Arbeitsplatz mit seinem Privat-PKW gegen vorgelegte Kraftstoffquittungen, unterliegt diese Einnahme des Arbeitnehmers der Besteuerung.

Die Voraussetzung der steuerlichen Absetzbarkeit dieser Aufwendungen seitens des Arbeitgebers ist es, dass diese Sachleistung oder Einnahme im Tarifvertrag, interner Vorschrift bzw. direkt im Arbeitsvertrag oder einem anderen Vertrag mit dem Arbeitnehmer geregelt wird.

 

 

Unentgeltliche Bereitstellung einer vorübergehenden Unterkunft an Arbeitnehmer

Der Wert der vorübergehenden vom Arbeitgeber bereitgestellten Unterkunft gilt für Arbeitnehmer als steuerfreie Einnahme nur dann, wenn:

 

Sollte es sich jedoch um Wohnzuschuss des Arbeitgebers für den Arbeitnehmer in dessen Wohnort in einer Wohnung oder Einfamilienhaus handeln, unterliegt diese Einnahme beim Arbeitnehmer der Lohnsteuer. Sämtliche mit der vorübergehenden Unterkunft der Arbeitnehmer verbundene Aufwendungen können beim Arbeitgeber als steuerlich absetzbare Aufwendungen gelten, sofern die Gewährung der Zuschüsse oder Sachleistung im Tarifvertrag, internen Vorschriften oder direkt im Arbeitsvertrag geregelt wird.

 

 

 

 

 

 




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