Gefahr bei der (Nicht)besteuerung von Anzahlungen aus USt-Sicht nach der UstG-Novelle

23.10.2017

Die Novelle des Umsatzsteuergesetzes bringt seit dem 1. Juli 2017 eine neue Auffassung der Besteuerung von Zahlungen, die vor der Leistungserbringung erhalten wurden. Nach der neuen Regelung ist die Anzahlung nur in dem Fall zu besteuern, wenn die Leistung im Zeitpunkt des Zahlungseingangs hinreichend bestimmt ist.

Die Leistung gilt als hinreichend bestimmt, wenn wenigstens Folgendes bekannt ist:

Ist mindestens eine der oben genannten Informationen nicht bekannt, ist die USt im Zeitpunkt des Zahlungseingangs nicht abzuführen. Die Finanzverwaltung erließ einen Hinweis mit Beispielen, in dem sie andeutet, dass der Punkt a) fast immer erfüllt wird. Sie gibt jedoch zu, dass der Satz und der Leistungsort nicht bekannt sein müssen.

Falls Sie z.B. Wasser-, Gas-, Stromanzahlungen mit einem Pauschalbetrag pro Monat zahlen und nachfolgend die Abrechnung nach dem Ist-Verbrauch erfolgt, ist die USt von der eingegangenen Zahlung nicht abzuführen. In dem Zeitpunkt des Zahlungseingangs ist nämlich der USt-Satz bei der künftigen Leistung nicht hinreichend bekannt. Die USt ist erst bei der Abrechnung abzuführen.

Falls die USt von der Pauschalanzahlung unrichtig abgeführt und eine Rechnung über die eingegangene Zahlung ausgestellt wurde, hat der Abnehmer keinen Vorsteuerabzugsanspruch auf Grund dieser Rechnung! Der Vorsteuerabzugsanspruch entsteht erst bei der Abrechnung.




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