Gutscheine und Voucher aus Umsatzsteuersicht

17.12.2016

Die Unternehmen geben oft im Rahmen der Marketingvertriebsunterstützung diverse Gutscheine und Voucher aus, mit deren Kauf der Kunde für die Warenlieferung oder Dienstleistungserbringung im Voraus zahlt. Aus der USt-Sicht stellt die Bezahlung mittels Gutscheins oder Vouchers eine im Voraus geleistete Zahlung dar.

Weder die EU-Richtlinie noch das tschechische Umsatzsteuergesetz regelten bisher die Besteuerung der Gutscheine. Erst Ende dieses Jahres wurde für diesen Bereich die Novelle der EU-Richtlinie genehmigt und in die Novelle des tschechischen Umsatzsteuergesetzes, das in 2017 in Kraft treten soll, werden die neuen grundlegenden Regeln einbezogen, wie die erhaltenen im Voraus geleisteten Zahlungen zu besteuern sind.

Die Pflicht die USt bei der Warenlieferung oder Dienstleistungserbringung zu erklären entsteht zum Tag der Erbringung der steuerbaren Leistung. Wird vor dem Tag der Erbringung der steuerbaren Leistung eine Zahlung (Vorschuss) empfangen, entsteht die Pflicht die Steuer zum Tag des Eingangs dieser Zahlung zu erklären. Handelt es sich um einen Zahlungseingang im Voraus, muss die Steuerpflicht daraus nicht immer automatisch entstehen. Eine Ausnahme stellen Zahlungen dar, bei denen zum Tag deren Eingangs die zu zahlende Leistung nicht „genug bestimmt bekannt ist“. Die vorbereitete Gesetzesnovelle legt genau fest, wann die Leistung für Ust-Zwecke „genug bestimmt ist“. Zum Zeitpunkt des Erhalts des Vorschusses müssen wenigstens folgende Angaben bekannt werden:

 

Aus dem oben Genannten ergibt sich, dass im Hinblick auf die Möglichkeit der Beurteilung der Bestimmtheit der Leistung es verschiedene Gutscheine gibt, von denen manche gleich bei deren Verkauf besteuert werden während andere erst beim Verbrauch der Ware oder Dienstleistung.

Der „Einzweckgutschein“ berechtigt den Halter die gegebene Ware oder Dienstleitung zu verbrauchen und somit kann auch der Ust-Satz bestimmt werden. Sofern der Unternehmer und der Mitgliedsstaat der Lieferung bekannt sind, kann auch der Erfüllungsort bestimmt werden. So ein Gutschein unterliegt der Steuer bereits beim dessen Verkauf. Beispielsweise sind da Voucher für die Unterkunft in einem bestimmten Hotel, für den Kraftstoffkauf, für eine Massage usw. zu nennen. Der „Mehrzweckgutschein“ berechtigt den Halter die Ware oder die Dienstleistung nach seiner Wahl zu verbrauchen. Die Leistung ist im Zeitpunkt des Zahlungserhalts aus dem Verkauf des Gutscheins nicht genug bestimmt bekannt. Die Besteuerung wird da bis zum Datum der Warenlieferung oder Dienstleistungserbringung verschoben. Es handelt sich z. B. um Gutscheine für den Wareneinkauf in Geschäftsketten, der Kunde kann da Waren zu verschiedenen USt-Sätzen aussuchen.

Davon, dass die Problematik der Besteuerung von Gutscheinen, Ermäßigungsgutscheinen, Vouchern und Zahlungsmitteln nicht so eindeutig ist, zeugt auch die ziemlich umfangreiche Novelle der EU-USt-Richtlinie, die zum Ziel hat, unter den EU-Staaten eine einheitliche Behandlung einzuführen und den Missbrauch vom Recht gerade in diesem USt-Bereich zu vermeiden.




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