Information zur Anwendung der MwSt bei Immobilien

23.7.2015

Die Generalfinanzdirektion hat für Steuerzahler ein Geschenk zur Angelegenheit der Sommerferien vorbereitet, und zwar in der Form einer umfangreichen Information zur Anwendung der MwSt bei Immobilien nach 1.1.2015. Aus diesem zwanzigseitigen Material weisen wir auf Folgendes hin:

Bauten für die Zwecke des Wohnens

Bei der Beurteilung spielt die im Kataster erfasste Angabe die Hauptrolle, und zwar auch in dem Fall, wenn der erfasste Stand dem tatsächlichen Stand nicht entspricht. Wenn die Immobilie als ein Familienhaus erfasst ist, obwohl es sich um ein Ferienheim handelt, ist für die Bestimmung der Besteuerung die im Kataster erfasste Angabe entscheidend.

 

Bodenfläche für Sozialwohnungen

Die Information befasst sich detailliert mit der Berechnung der Bodenflächen, die einen Einfluss auf die Bestimmung des Steuersatzes bei einzelnen für Wohnen bestimmten Immobilientypen haben. Darüber hinaus wird hier auf Beispielen gezeigt, was nicht in die Bodenfläche des Wohnraums für Sozialwohnungen einberechnet wird.

 

Funktionseinheit

Das Grundstück, das zusammen mit dem Gebäude eine Funktionseinheit bildet, wird gleich wie das Gebäude selbst besteuert. Als ein solches Grundstück wird nicht nur das Grundstück betrachtet, das sich unter dem Gebäude befindet, sondern auch Grundstücke, die zur Nutzung des Gebäudes dienen (abgrenzende Grundstücke mit einer eigenen Kennnummer, auf denen sich die Garage befindet, oder ein anderes Grundstück, auf dem sich der Anschluss an das Versorgungsnetz, der Zugangsweg oder der Garten des Familienhauses befindet). Entscheidend ist die Funktionsfähigkeit der Einheit. Wenn von dem oben Genannten nur der Garten verkauft wird, ohne dass das Familienhaus auch verkauft wird, dann wird dieser selbständige Verkauf des Gartens das Steuerregime des Hauses nicht teilen.

Eine Funktionseinheit kann auch ein nicht direkt angrenzendes Grundstück bilden – z.B. ein Garten hinter der Straße, der eine wirtschaftliche Beziehung zu dem Haus hat (es wird dort Brennholz für die Heizung des Hauses gelagert oder es befindet sich dort die Garage, wo das Auto des Hausbesitzers parkt).

Die Besteuerung oder Steuerbefreiung wird nicht davon abhängig sein, ob sich auf dem Grundstück ein Gebäude befindet (so wurde die vorherige Information der GFD interpretiert), sondern mit Wirkung von 1.1.2015 wird entscheidend sein, ob das Grundstück mit dem Gebäude eine Funktionseinheit bildet.

 

Steuerbefreiung beim Verkauf eines Grundstücks, auf dem sich ein Gebäude befindet

Das MwSt-Gesetz führt als eine der Bedingungen für die Steuerbefreiung beim Verkauf eines Grundstücks ein, dass sich auf diesem Grundstück kein Gebäude befindet, das mit dem Boden durch einen festen Unterbau verbunden ist. Die Information lässt die Existenz von kleineren Bauten auf dem verkauften Grundstück zu, die die Befreiung nicht verhindern. Es muss sich jedoch um Bauten handeln, die für den Verkauf des Grundstücks keine maßgebende Bedeutung haben (z.B. einbetonierte Bank, Ziegelsteinzaun, Brunnen, Stützmauer gegen den Erdrutsch, Wiese mit Stromanschluss, damit zum Mähen ein Elektromäher benutzt werden kann).

Die Lieferung des Grundstücks (ohne Baugenehmigung oder der Benachrichtigung), das bisher nicht bebaut wurde und wo das Versorgungsnetz nur zu dessen Grenze reicht, unterliegt der Besteuerung gemäß den gültigen Rechtsvorschriften nicht.




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