Kennen Sie Ihren Lieferanten? Überprüfen Sie Ihre Geschäftspartner?

22.11.2019

Sicherungsanordnungen sind Instrumente der Staatsverwaltung, die eine weitgehende Auswirkung auf die Entwicklung, ja sogar das Bestehen des Unternehmens haben können. In der Presse erscheinen zwar Artikel darüber, wie viele Rechtstreitigkeiten die Staatsverwaltung verloren hat, die Statistik kann aber auch umgekehrt gelesen werden – wie viele sie gewonnen hat. Lassen Sie sich daher nicht von verlorenen Rechtsstreitigkeiten der Staatsverwaltung einwiegen.

Eine Überprüfung von Geschäftspartnern sollte daher beim Abschluss von Geschäften jeder Art Routine sein. Es ist immer fraglich, wie weit eine Überprüfung gehen soll. Reicht die übliche Prüfung, dass es den Lieferanten tatsächlich gibt (Überprüfung der Ust.-IdNr.), oder ist eine Reihe von weiteren Angaben zu untersuchen? Es ist jeweils von der Art der Geschäftsbeziehung abhängig. Nehmen wir zunächst die Gründe für die Überprüfung unter die Lupe:

Zugängliche Informationsquellen sind diejenigen, die die Staatverwaltung auf ihren Seiten anführt, d.h. Handelsregister, Register der wirtschaftlichen Subjekte (ARES), Register der unzuverlässigen Steuerpflichtigen usw.

Was ist zu tun, wenn Sie den Lieferanten überprüft haben und er einer Überprüfung nicht standgehalten hat, aber Sie trotzdem das Geschäft abzuschließen möchten? Da ist es empfehlenswert sich möglichst schnell mit Ihrem Steuerberater in Verbindung zu setzen und mit ihm die richtige Vorgehensweise zu besprechen.

Und überprüfen Sie auch die Kommunikation mit dem Finanzamt? Ein typischer Fall. In der Umsatzsteuererklärung für jeden Zeitraum geben Sie neben den Angaben zur Steuerbemessung auch die Kontaktangaben des Ansprechpartners an, der die Steuererklärung aufgestellt hat. Das kann jedermann sein, vom Geschäftsführer über Buchhalterin bis zur Sekretärin. Kommt der Finanzbeamte zum Schluss, dass etwas nicht in Ordnung ist, macht er von den in der Steuererklärung vorhandenen Angaben Gebrauch und ruft den Ansprechpartner informell an, dass das eine oder anderenoch zu klären ist, Rechnungen oder Verträge zusenden sind u. ä. benötigt wird. Die gut meinende Buchhalterin erteilt im guten Glauben die Informationen, einfach damit sie allen die Arbeit erleichtert – die Steuerbehörde muss keine Aufforderung schreiben, es kommt zu keiner Einbehaltung der Vorsteuerabzugserstattung und alles wird ohne Probleme sein. Oder wird es doch Probleme geben? Die Steuerbehörde ist verpflichtet über so ein Telefongespräch einen amtlichen Vermerk zu erstellen. Dieser ist Bestandteil der Akte und zugleich der Informationen zur Steuerbemessung. In einer Reihe von Fällen kommt es tatsächlich zur Bemessungsvereinfachung, aber leider kann es auch dazu kommen, dass der Inhalt des Telefonats nicht nur die Bitte um Vorlage der Angaben ist, sondern auch der Hinweis auf einen unzuverlässigen Steuerpflichtigen. Dies stellt schon ein Problem dar. Der Grund für die Vorlage konkreter Belege muss nicht nur die Vereinfachung des Steuerbemessungsprozesses sein, sondern auch die Überprüfung des Lieferanten, bei dem ein Verdacht auf Steuerhinterziehung besteht.

Die richtige Vorgehensweise? Beenden Sie stets das Telefonat und wenden Sie sich möglichst schnell an Ihren Steuerberater, bzw. verlangen Sie die Zusendung der schriftlichen Aufforderung. Nur so können Sie unvorhersehbare Probleme vermeiden.




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