Motivation der Schlüsselmitarbeiter in Form der Mitarbeiteroptionspläne

1.10.2018
Petra Konečná
petra.konecna@dhplegal.com

Haben Sie Gelegenheit sich an einem interessanten Geschäftsprojekt zu beteiligen, möchten Sie Ihre Schlüsselmitarbeiter motivieren und machen Sie sich Gedanken, wie dies zu erzielen ist?  Ich habe keine einheitliche Anleitung wie die Mitarbeiter zu motivieren sind, da jede einzelne Person eine individuelle Herangehensweise erfordert. Gerne möchte ich jedoch Ihre Möglichkeiten um die sog. Mitarbeiteroptionen erweitern.

Am häufigsten wird zurzeit im tschechischen Rechtsumfeld von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, die Aktien der Gesellschaft selbst bzw. der Muttergesellschaft zu erwerben.

Die Besteuerungsmöglichkeiten unterscheiden sich nach der Einstellung des Optionsprogramms.  Allgemein gilt, dass die Erteilung des Optionsrechtes selbst / Optionszusage (Grant) keine Steuerpflicht begründet (und auch nicht die Pflicht die Sozial- oder Krankenversicherungsbeiträge abzuführen). Genauso gilt dies auch zum Zeitpunkt, wenn Bedingungen für die Optionsgeltendmachung (vest) erfüllt sind, d.h. von diesem Zeitpunkt an ist der jeweilige Mitarbeiter berechtigt Gebrauch vom Optionsrecht zu machen, ohne dass Steuerpflichten entstehen. Der maßgebende Moment für die Entstehung der Steuerpflicht ist erst die Optionsgeltendmachung (exercise).

Die Optionsgeltendmachung vom Mitarbeiter stellt eine Sacheinnahme aus nicht selbständiger Arbeit dar, die der Einkommensteuer unterliegt. Die Höhe der Einnahme wird auf Grund des aktuellen Marktwertes der Aktien zum Zeitpunkt der Optionsgeltendmachung festgelegt.

Wenn die mit der Optionsgeltendmachung zusammenhängenden Kosten die tschechische Gesellschaft als Arbeitgeber trägt (entweder sie den Optionsplan selbst gewährt oder die Muttergesellschaft diese Kosten auf sie weiterberechnet), nimmt diese tschechische Gesellschaft die Besteuerung samt des Monatslohns des Mitarbeiters für den Zeitraum vor, in dem der Mitarbeiter die Option geltend machte. Diese Sacheinnahme wird also Bestandteil des sog. „Superbruttolohns“ und beeinflusst somit auch die Sozial- und Krankenversicherungsbeiträge, und zwar sowohl seitens des Arbeitnehmers, als auch Arbeitgebers.

Wenn die Kosten die Muttergesellschaft trägt und diese auf die tschechische Gesellschaft nicht weiterberechnet werden, kann keine Besteuerung mit dem Lohn/Gehalt erfolgen. Der Mitarbeiter ist verpflichtet die Sacheinnahme in seine Jahreseinkommensteuererklärung aufzunehmen und so eine Einnahme zu besteuern. In diesem Fall unterliegt die Sacheinnahme weder den Sozial- noch den Krankenversicherungsbeiträgen.

In der Praxis kommt es oft vor, dass dem Mitarbeiter eine gewisse nachträgliche Vergütung samt den Aktien ausgezahlt wird, die z.B. Dividenden während der Zeit entspricht, in der das Optionsrecht erteilt wurde, bis zur Zeit, in der das Recht geltend gemacht wurde (ohne, dass es sich um eine Dividende handeln würde). In so einem Fall handelt es sich um eine Geldeinnahme des Mitarbeiters, die der Lohnsteuer unterliegt. Diese Einnahme wird dem Mitarbeiter mit seinem Lohn/Gehalt besteuert und hat auch Einfluss auf die Sozial- und Krankenversicherungsbeiträge.

Bei einem nachfolgenden Aktienverkauf kann es sich um steuerpflichtige oder steuerfreie Einnahme des Mitarbeiters handeln. Die Steuerbefreiung kann geltend gemacht werden, sofern (i) zwischen dem Erwerb der Aktien und deren Verkauf drei Jahre vergangen sind oder (ii) es sich um eine Einkommenshöhe handelt, die für den Besteuerungszeitraum 100.000 CZK nicht überschreitet. Im Falle der Steuerbefreiung entfällt ferner auch die Plicht, die Einnahme dem Finanzamt mitzuteilen, es sei denn die steuerfreie Einnahme übersteigt den im Einkommensteuergesetz festgelegten Betrag (im Jahre 2018 handelt es sich um den Betrag von 5.000.000 CZK). In anderen Fällen handelt es sich um steuerpflichtige Einnahme mit der Pflicht die Steuererklärung einzureichen. Gegen so eine Einnahme kann allerdings den Erwerbsaktienpreis als Ausgabe geltend gemacht werden.

Bei der Entscheidung über die Implementierung der Optionsprogramme sollten die interessierten Arbeitnehmer und Arbeitgeber ihre Aufmerksamkeit den Optionsprogrammen und deren Gestaltung eine große Aufmerksamkeit schenken, und zwar aus der Rechts- und auch Steuersicht. Optionsprogramme können sogar auch für Gesellschaften mit beschränkter Haftung gestaltet werden.




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