Nachweisen der Aufwendungen bei Marketingmaßnahmen

20.2.2019

Damit die Marketingaufwendungen als Kosten steuerlich absetzbar sind, ist es nötig nachzuweisen, dass die gegenständliche Marketingmaßnahme tatsächlich stattgefunden hat, wann, in welchem Umfang, für welchen Preis und wer sie durchgeführt hat. Finanzbehörden machen bei den Außenprüfungen davon Gebrauch, dass es schwer ist die Beweismittel in Nachhinein zu suchen oder zu besorgen. Beauftragen Sie daher direkt die Marketingabteilung mit der Vorbereitung und Aufbewahrung der Dokumentation, dadurch können Sie etwaige Probleme bei der Prüfung meiden.

Es ist strategisch empfehlenswert systematisch die Dokumentation, die die ganze Marketingmaßnahme betrifft, aufzubewahren – Bestellungen, Brief-/E-Mailverkehr, Verträge, Videoaufnahmen, Aufzeichnungen über Veranstaltungen, Fotos oder Übergabeprotokolle. Aus der Dokumentation sollte hervorgehen, dass es sich um die jeweilige Maßnahme handelt, die mit keiner anderen Maßnahme verwechselt werden kann. Besteht ein direkter Zusammenhang mit den erzielten Erträgen, unterlassen Sie diese nicht aufzuzeichnen. Die Höhe der Marketingkosten sollte nicht in einem offensichtlichen Unverhältnis zu dem Umfang der Leistung stehen, bei der wir nachweisen, dass sie uns erbracht wurde.

Im Zusammenhang mit Marketingmaßnahmen werden diverse Werbegegenstände und -muster gewährt. In so einem Fall ist es nicht immer notwendig das maximale Limit von 500,- CZK zuzüglich USt pro Werbegegenstand einzuhalten, aber es ist nötig eine ausreichend starke Verbindung mit den aus dem nachfolgenden Warenverkauf oder aus der Dienstleistungserbringung erzielten Erträgen nachzuweien. Bei der Gewährung von Warenmuster ist es wichtig nachzuweisen, dass diese an Personen verschenkt wurden, die als potentiele Abnehmer gelten könnten. Ansonsten ist die Aufwendung für die gewährten Muster nicht steuerlich absetzbar und es ist nötig die Umsatzsteuer von dem Preis abzuführen, für den es möglich wäre, sie anzuschaffen.

Aus der Judikatur des Obersten Verwaltungsgerichts (z. B. Urteil Az 2 Afs 44/2003-73) ergibt sich, dass aus § 24 Abs. 1 Einkommenssteuergesetz nicht abgeleitet werden kann, dass die Aufwendungen immer real in den Einkünften des Steuerpflichtigen zum Vorschein kommen müssen. Also das zwischen Aufwendungen und Einkünften notwendigerweise ein direktes Verhältnis besteht. Der Sinn dieser Bestimmung besteht offensichtlich darin, dass es sich um die für diesen Zweck getätigten Aufwendungen handeln muss.

Wird der Zusammenhang zwischen den Marketingkosten und den steuerpflichtigen Erträgen nicht nachgewiesen, oder wird es sich um Repräsentationskosten handeln, können die Aufwendungen ganz oder zum Teil nach § 25 Abs. 1 Buchstabe t) als nicht steuerlich absetzbar beurteilt werden. Es ist oft schwierig zu bestimmen, wo Marketing endet und Repräsentation beginnt. In der Praxis wird wahrscheinlich ein Teil der Aufwendungen für Marketingmaßnahmen als nicht steuerbar absetzbar beurteilt – z. B. Auftritt von Künstlern oder Sportlern in einer Werbeveranstaltung u. ä.




Weitere Artikel des Verfassers Lenka Housková

© 2019 Moore Stephens. All rights reserved. Sitemap Datenschutz-Bestimmungen Design by aboutblank - creative web design