Neuer Standard IFRS 16

5.11.2018

Ab 1. Januar 2019 tritt der neue Standard IFRS 16 in Kraft, der die bilanzielle Erfassung von Leasinggeschäften betrifft. Sämtliches Leasing, also auch das operative, wird neu wie das bisher Finanzleasing erfasst.

Sämtliche Vermögensgegenstände, die die Firmen auf Grund des operativen Leasings nutzen, werden aktiviert und in der Bilanz als Aktiva erfasst. Alle geleasten Aktiva werden in der Bilanz des Leasingnehmers erfasst, obwohl aus der Rechtssicht das geleaste Vermögen nicht sein Eigentum ist.

Die Bewertung dieser geleasten Aktiva wird nach dem in diesem Standard beschriebenen Verfahren festgelegt, und geht unter anderem auch von der Länge des Mietverhältnisses aus. Die neue Regelung bezieht sich nicht nur auf neu abgeschlossene Mietverträge, sondern auch auf alle bereits bestehende Kontrakte.

Die wohl wesentlichste Auswirkung neuer Anforderungen wird die Erhöhung der Leasingaktiva und der Finanzverbindlichkeiten derjenigen Gesellschaften sein, die ein großes Volumen von operativen Leasings (d.h. von den in der Bilanz nicht ausgewiesenen Leasings) haben – z. B. Gesellschaften, die im Einzelhandelsverkauf (Vermietung von Verkaufs- und Lagerräume) tätig sind. IFRS 16 ändert zugleich die Natur der in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesenen Kosten. IFRS 16 ersetzt die linearen Aufwendungen des operativen Leasings gemäß IAS 17 (ausgewiesen in betrieblichen Aufwendungen) durch zwei Arten der Aufwendungen, und zwar durch Abschreibungen der Leasingaktiva (in betriebliche Aufwendungen einbezogen) und durch Zinsaufwendungen aus der Leasingverbindlichkeit (in Finanzaufwendungen einbezogen).  Der neue Standard IFRS 16 kann daher die Kennzahlen der Finanzleistungsfähigkeit und sonstige Finanzkennzahlen wie Kapitalumschlagshäufigkeit, Verhältnis zwischen Schulden und Eigenkapital, Zinsdeckung, Nettoeinkommen und Cash-Flow beeinflussen. Bei einigen Firmen kann dies eine Verletzung der Kreditverträge (covenants) infolge einer möglichen Niveauerhöhung des verzeichneten Verschuldungsgrades oder eine wesentliche Beeinflussung der “Leistungsfähigkeit” gegenüber Investoren bedeuten.

IFRS 16 betrifft keine kurzfristigen Leasings mit einem allgemein niedrigen Vermögenswert (der Standard nennt Benchmark in Höhe von 5.000 USD) und Leasings, die für weniger als 12 Monate ohne Kaufoption und Option der automatischen Erneuerung abgeschlossen wurden.




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