Schwierigkeiten der Unternehmen mit dem Mangel an eigenen Mitarbeitern

13.12.2017

Die boomende Wirtschaft, der bereits seit ein paar Jahren wachsende Konsum von Haushalten, eine niedrige Arbeitslosigkeit und die Erhöhung der Produktion von Gütern und Dienstleistungen, das sind ein paar der positiven Auswirkungen der allgemein guten Wirtschaftslage, die nun in Tschechien herrscht. Auf den ersten Blick eine Lage, die für die Gründung neuer Unternehmen günstig ist und den bestehenden ein angenehmes Wachstum von Umsätzen und Gewinnen ermöglicht. Das Gegenteil kann jedoch der Fall sein. Und zwar vor allem dann, wenn sich die Firmen mit nicht ausreichenden Arbeitskraftkapazitäten entscheiden, um die erhöhte Nachfrage nach ihrer Produktion zu befriedigen, überlassene Mitarbeiter einzusetzen. Unter normalen Umständen würden wir so eine Entscheidung für einen ganz legitimen und rationellen Schritt halten.

Die Finanzverwaltung hat jedoch in diesem Sommer die Mitteilung veröffentlicht, dass sie bei der Arbeitnehmerüberlassung betrügerische Praktiken der Verleiher feststellte, was zu Steuerhinterziehungen oder zur Nichtabführung der Umsatzsteuer führte. Jeder Entleiher wird somit eines Steuerbetruges mitverdächtigt. Er gerät somit unter die Lupe der Finanzbehörde, die in vielen Fällen den Vorsteuerabzug aus der erhaltenen Leistung zurückbehält und beginnt zu überprüfen, vor allem ob die gegebene Leistung überhaupt erbracht wurde. Das Steuersubjekt beweist mit zugänglichen Dokumenten (Verträge, Übergabeprotokolle, Niederschriften u. ä.), dass die in Auftrag gegebenen Arbeiten tatsächlich von den jeweiligen Mitarbeitern so durchgeführt wurden, wie im Vertrag vereinbart. Dies kann in vielen Fällen kompliziert sein, vor allem mit einem Zeitabstand.

Der Unternehmer, statt sich über die gute Atmosphäre auf den Märkten zu freuen, kann dem Risiko der Betriebsprüfung ausgesetzt werden, und das alles, wenn er in der Regel keine andere reale Möglichkeit hatte, als Leiharbeiter einzusetzen. Der eingeführte positive Trend wird so mit Rücksicht auf das oben Angeführte eher neutral wahrgenommen, in einigen Fällen sogar negativ. Andererseits ist zu ergänzen, dass dem Unternehmer eine schnelle und qualifizierte Hilfe sichert, die Vorsteuer so schnell wie möglich rückerstattet zu bekommen. Wenn andererseits der Unternehmer bereits im Frühstadium der Betriebsprüfung seine Kräfte mit einem erfahrenen Steuerberater bündelt, erhöht er so bedeutend die Chance auf die Auszahlung des zurückbehaltenen Vorsteuerabzugs. Zugleich gilt: „Wer vorbereitet ist, wird nicht überrascht“. Und in diesem Fall gilt das umso mehr.




Weitere Artikel des Verfassers Vít Křivánek



© 2019 Moore Stephens. All rights reserved. Sitemap Datenschutz-Bestimmungen Design by aboutblank - creative web design