Senden Sie ihre Mitarbeiter ins Ausland? Vermeiden Sie die häufigsten Fehler.

24.4.2018

Obwohl die Mitarbeiterentsendung heutzutage ziemlich gang und gäbe ist, machen Arbeitgeber in manchen Bereichen immer Fehler. Wir bringen Ihnen die Übersicht der häufigsten Fehler und Missverständnisse aus unserer Praxis.

1.Aufenthaltsdauer nicht immer maßgebend

Von Arbeitgebern eine oft unterlassene Tatsache ist, dass schon im Falle einer mehrtägigen Geschäftsreise vorher die Bestätigung des jeweiligen Sozialversicherungsträgers einzuholen ist, in der bestätigt wird, dass die Arbeitnehmer unter die Rechtsvorschriften über soziale Sicherheit des Heimatsstaates fallen. Die ausländischen Behörden können nämlich von dem Arbeitnehmer die Vorlage einer solchen Bestätigung verlangen und deren Nichtvorlage kann zu nicht geringen Sanktionen führen.

Wichtig ist auch die richtige Anwendung der 183-Tage-Regelung: Nach den geltenden Doppelbesteuerungsabkommen steht das Besteuerungsrecht der Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit in der Regel dem Tätigkeitsstaat zu. Hiervon wird jedoch abgewichen, wenn sich der Arbeitnehmer nicht länger als 183 Tage im Steuerjahr bzw. Kalenderjahr im Tätigkeitsstaat aufhält. Das Besteuerungsrecht steht dann dem Ansässigkeitsstaat zu. Da ist zu beachten, dass zudem noch zwei weitere Voraussetzungen zu erfüllen sind: 1) der Arbeitslohn wird nicht von einer Betriebsstätte des Arbeitnehmers im Tätigkeitsstaat getragen und 2) der die Vergütung zahlende Arbeitgeber ist nicht im Tätigkeitsstaat ansässig.

2. Einstellung der Struktur im Vorsprung

Ein häufiger Fehler ist auch die unvollkommen eingestellte Entsendungsstruktur bzw. deren Lösung erst nach dem Entsendungsbeginn. Die Entsendung ist arbeitsrechtlich (Geschäftsreise, Wechsel des Arbeitsortes oder Abschluss eines Arbeitsvertrags nach Gesetzen des Tätigkeitsstaates) zu regeln und das Verhältnis zwischen dem entsendenden Arbeitgeber und dem Tätigkeitssubjekt ist im Einklang mit der Arbeitrechtsregelung zu regulieren, falls zutreffend.  Es kann sich um Arbeitnehmerüberlassung, Dienstleistungserbringung oder eine andere spezifische Form der Zusammenarbeit handeln. Die Vereinbarung zwischen den Subjeken ist schriftlich abzuschließen.

3. Art des entsandten Mitarbeiters

Die Regelungen des Doppelbesteuerungsabkommens bezüglich der Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit sind ziemlich bekannt. Wichtig ist jedoch sich mit dem jeweiligen Vertrag gründlich bekannt zu machen, denn für manche Arten der Mitarbeiter findet ein abweichendes Modus Anwendung. Es handelt sich beilspielsweise um Geschäftsführer, Professoren oder Forscher.

4. Aufhebung der Steuervorauszahlungspflicht in Tschechien

Sind Steuern infolge der Entsendung im Tätigkeitsstaat abzuführen, hat der Arbeitgeber vom Finanzamt einen Bescheid einzuholen, auf Grunde dessen er dann in Tschechien auf die Entrichtung der Steuervorauszahlungen verzichten darf.

5. Anmeldung von Änderungen in Pflichtangaben

Holt der Arbeitgeber die erforderlichen Bestätigungen ein, hat er sämtliche in den Anträgen angegebene Tatsachen zu verfolgen. Im Falle von Änderungen einiger Tatsachen werden nämlich die behördlichen Bestätigungen und Entscheidungen ungültig.




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