Verrechnungspreise – was bei der Ermittlung der fälligen Steuer nicht vergessen werden darf

15.3.2019

Ist Ihr Unternehmen Bestandteil eines multinationalen Konzerns, ist es wichtig sich dessen bewusst zu werden, dass die Finanzverwaltung die Informationen aus dem Jahresabschluss, aus der Bilanz und der GuV dazu verwendet, um Steuersubjekte auszusuchen, die geprüft werden. Sind die Gewinnkennzahlen Ihres Unternehmens langfristig niedriger als die statistischen proportionalen Gewinnkennzahlen des Zweiges, in dem Sie in Tschechien unternehmerisch tätig sind, wird dieser Fall als Risiko und Grund für den Beginn der Verrechnungspreisprüfung seitens des Finanzamtes ausgewertet. Halten Sie sich dies stets vor Augen, nicht nur bei der Schätzung der fälligen Steuer.

Die Finanzverwaltung hält die Gewinnkennzahlen, die in Höhe des Jahresüberschusses/Jahresfehlbetrags, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) festgelegt wurden und die der Geschäftsleitung für die Zwecke der Unternehmensführung dienen, für nicht ausreichend aussagekräftig.  

Als ein Beispiel nenne ich den Fall, wenn eine Unternehmensgruppe sich entschlossen hat in die Erweiterung der Produktionskapazitäten des Unternehmens zu investieren, das langfristig stabile Rentabilität ausgewiesen hat. Die Investition wurde mit einem Konzerndarlehen finanziert. Laut der derzeitigen Auffassung der tschechischen Finanzverwaltung muss die Unternehmensgruppe, als Träger der strategischen Entscheidung, dem Unternehmen eine Vergütung gewähren, die nach der Berücksichtigung der Abschreibungen und Zinsen die Erzielung so einer Nettorentabilität ermöglicht, die für den jeweiligen Zweig üblich ist, und zwar ohne Rücksicht auf den tatsächlichen Anlauf der Auslastung der neuen Kapazitäten.

Werden Sie langfristig von der Unternehmensgruppe finanziert, weise ich darauf hin, dass die Finanzverwaltung durch eine Pressemitteilung ihre Absicht veröffentlicht hat, die Bewertung der Finanzinstrumente genauer zu prüfen. In dem Anhang zur Steuererklärung sind neben den Kreditzinsen auch Angaben zu erhaltenen und geleisteten Bank- und Finanzsicherheiten zu machen.

Sofern die Unternehmensgruppe ihrem Unternehmen unentgeltlich eine Finanzsicherheit gewährt, handelt es sich um einen steuerpflichtigen Vermögensvorteil. Sofern Ihr Unternehmen hingegen unentgeltlich an das verbundene Unternehmen die Schutzmarke gewährt, sollten Sie die entsprechende Berichtigung der Steuergrundlage um die Kosten vornehmen, die mit immateriellen Aktiva zusammenhängen.

In Hinblick auf das oben Genannte empfehle ich – noch vor der Feststellung des Jahresabschlusses von der Gesellschafter-/Hauptversammlung – die Funktions-, Risiko- und Vergleichbarkeitsanalyse der Rentabilität Ihrer Gesellschaft erstellen zu lassen.  Nur so können Sie erfahren, ob Ihrem Unternehmen die Pflicht entstanden ist, die Steuergrundlage um die von der Gruppe festgelegten angepassten Preise zu berichtigen.

Die Erstellung der Vergleichbarkeitsanalyse der Rentabilität muss dabei keineswegs kompliziert sein. Als Informationsquelle über die proportionalen Kennzahlen für die einzelnen Zweige ist die Datenbank ORBIS (Äquivalent der Datenbank AMADAEUS mit erweiterter Anwendung für die ganze Welt), die auch von der tschechischen Finanzverwaltung verwendet wird. In Zusammenarbeit mit einem Experten für Verrechnungspreise können Sie es schaffen die Höhe der fälligen Steuer noch bis Ende Juni zu analysieren und gegebenenfalls zu berichtigen.




Weitere Artikel des Verfassers Lenka Lopatová



© 2019 Moore Stephens. All rights reserved. Sitemap Datenschutz-Bestimmungen Design by aboutblank - creative web design