Vorauszahlungen auf die Gewinnanteilauszahlung

24.6.2014

Die Gewinnauszahlung in drei- und mehrstufigen Holdingstrukturen war bis Ende des Jahres 2013 mindestens ein zweijähriger Prozess, bis die erzielten Gewinne der Gesellschaft an den Endinhaber gelangt waren. Eine positive Änderung brachte den Inhabern das neue seit 01.01.2014 in Kraft getretene Handelskorporationengesetz, welches die sog. Vorauszahlung auf die Gewinnanteilauszahlung (nachfolgend „Vorauszahlung“ genannt) ermöglicht.

Was sind die Hauptbedingungen für die Auszahlung dieser Vorauszahlung? Die Vorauszahlung kann nur dann ausgezahlt werden, wenn die Gesellschaft dadurch nicht in die Insolvenz gerät. Die Auszahlung der Vorauszahlung kann nur auf der Grundlage des aufgestellten Zwischenabschlusses erfolgen, der belegt, dass die Gesellschaft für eine solche Vorauszahlung über genügend Geldmittel, sowie Betriebsmittel verfügt. Verfügbare Mittel sind insbesondere die Summe des Ergebnisses des laufenden Geschäftsjahres, des Gewinnvortrags und sonstiger Gewinnrücklagen abzüglich des Verlustvortrags, der Pflichtzuführung der gesetzlichen Rücklage (sofern deren Bildung der Gesellschaftsvertrag vorsieht) und sonstige zweckgebundene Eigenmittel.

Veranschaulichen wir uns nun an einem vereinfachten  Beispiel, wie die Auszahlung der Vorauszahlung in der Praxis aussieht.  Wir haben  eine Firmengruppe ABC, die aus drei Gesellschaften besteht.

 

Struktur2

 

Zum 30. Juni 2014 beschloss die Gesellschaft B als 100%-ige Gesellschafterin der Gesellschaft C, den Gewinnanteil an der Gesellschaft C in Höhe von  10 Mio. CZK auszuzahlen.

Laut der alten Rechtsregelung würde die Gesellschaft B für 2014 einen Ertrag aus Geschäftsanteilen in Höhe von 10 Mio. CZK ausweisen und die Gesellschaft A könnte diese 10 Mio. CZK in Form des erhaltenen Gewinnanteils frühestens im Jahre 2015 gewinnen, und zwar auf der Grundlage des festgestellten Jahresabschlusses der Gesellschaft B zum 31. 12. 2014.

Die neue Rechtsregelung ermöglicht  es, dass die Gesellschaft A ihren  Gewinnanteil in Höhe von 10 Mio. CZK bereits  ein Jahr früher in  Form einer Vorauszahlung erhält. Auf der Grundlage des Zwischenabschlusses zum 30. Juni 2014 weist die Gesellschaft B einen Gewinn in Höhe von 10 Mio. CZK (Ertrag aus dem Geschäftsanteil an der Gesellschaft C) aus. Es ist damit möglich, die 10 Mio. CZK  bereits im Laufe des Jahres 2014 an der Gesellschaft A als  Gewinnanteilsvorauszahlung auszuzahlen. Das Handelskorporationengesetz verlangt zwar die Genehmigung der Auszahlung der Gewinnanteilsvorauszahlung durch die Gesellschafterversammlung nicht, aber im Hinblick auf die fehlende Judikatur kann deren Genehmigung durch die Gesellschafterversammlung nur empfohlen werden.

Oben wurde die Rechtslösung der Auszahlung der Gewinnanteilsvorauszahlung dargestellt. Wie lautet die buchhalterische Lösung? Es handelt sich um eine Vorauszahlung des künftigen Gewinnanteils, im Zeitpunkt des Eingangs/Abschreibens der Geldmittel aus/vom dem Bankkonto ist die Vorauszahlung wie folgt zu buchen:

Loesung

 

Weder die Höhe des Eigenkapitals noch der Ergebnisse beider beteiligten Gesellschaften werden  zum Datum der Auszahlung der Vorauszahlung beeinflusst, da es sich um eine Vorauszahlung handelt, die dann zurückzuerstatten ist, wenn die verfügbaren Geldmittel gemäß dem ordentlichen Jahresabschluss zum 31. 12. 2014 die Höhe der ausgezahlten Vorauszahlung nicht erzielen. Die entstandene Verbindlichkeit/Forderung gegen den Gesellschafter ist im Folgegeschäftsjahr gegen den Beschluss der Gesellschafterversammlung / den Beschluss des Alleingesellschafters über die Auszahlung des Gewinnanteils zu verrechnen.

Sollten Sie sich nicht sicher sein, ob und zu welcher Höhe Sie die Vorauszahlung auf die Gewinnanteilauszahlung bereits im Laufe des Jahres 2014 leisten dürfen, beraten wir Sie gerne.

 

Autor: Eva Šmahová




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