Zahlungen in Euro werden günstiger

14.6.2019

Nach der erheblichen Preissenkung für Roaming-Anrufe erwartet uns im Dezember dieses Jahres eine weitere angenehme Preissenkung. Diesmal werden die bisher hohen Bankgebühren für Euro-Zahlungen gesenkt.

Am 19. März 2019 wurde die europäische Verordnung [1] verabschiedet, die gegenüber dem Ist-Stand [2] auf eine grundlegende Art und Weise die Regeln für die Euro-Zahlungen verändert, insbesondere außerhalb der Eurozone.

Die aktuell gültige Regel legt fest, dass bei grenzüberschreitenden Zahlungen in Euro im Wert bis zu 50 TEUR die Gebühren für diese Zahlungen den Gebühren für inländische Euroüberweisungen gleiches Wertes entsprechen müssen. Nur die Eurozonen-Staaten haben einen realen Vorteil der Regelung genossen, in denen auch inländisch mit Euro gezahlt wird. In anderen Staaten sind hohe Gebühren auch für inländische Euro-Überweisungen festgelegt, d.h. auch für grenzüberschreitende Transaktionen können hohe Gebühren berechnet werden. Zur einzigen Ausnahme wurde Schweden, das freiwillig die Regelung auf die inländische schwedische Krone angewendet hat, wodurch es seinen Bürgern und Unternehmen eine erhebliche Senkung der Gebühren für Euro-Zahlungen verschaffte. Die anderen Staaten ließen ihre Bürger und Unternehmen weiterhin hohe Gebühren zahlen. Dies hielten die Organe der EU jedoch nicht für richtig, wie der Tabelle zu entnehmen ist: [3]

In der neuen Verordnung heißt es eindeutig, dass die Bankgebühren für grenzüberschreitende Zahlungen in Euro gleich sein müssen. D.h. die Gebühren inländischer Währungszahlungen und grenzüberschreitender Euro Zahlungen gleichen Wertes bei derselben Bank müssen gebühreneinheitlich sein.  Mit anderen Worten, beträgt z.B. die überwiesene grenzüberschreitende Zahlung 1 TEUR, kann die Bank keine höhere Gebühr berechnen, als für eine inländische Zahlung in Höhe von ca. 26 TCZK. Wenn die Bank für die Transaktion in Kronen z. B. 5 CZK berechnet, darf sie nach der Verordnung für die grenzüberschreitende Euro-Zahlung keine höhere Gebühr berechnen, als gerade 5 CZK. Die Einstellung der Gebühren ist folgender Tabelle[4] zu entnehmen:

Die Verordnung regelt zwar ausschließlich grenzüberschreitende Euro-Zahlungen, allerdings kann ich mir im Moment nicht vorstellen, dass eine der Banken den Mut finden würde, höhere Gebühren bei inländischen Euro-Überweisungen zu fordern, als bei den grenzüberschreitenden. Eine weitere positive Änderung der Regelung ist das Weglassen der ursprünglichen maßgebenden Grenze von 50 TEUR. Die neue Regelung beinhaltet keine Grenze, bezieht sich also auf alle Zahlungen ohne Rücksicht auf deren Höhe.

Die Verordnung tritt bereits am 15. Dezember 2019 in Kraft, wenn Sie also nicht wollen, nur passiv den o.a. Tag abzuwarten, können Sie versuchen bei Ihrer Bank bereits heute bessere Bedingungen auszuhandeln. Ab Mitte Dezember hat Ihre Bank sowieso keine Wahl mehr.

[1] Verordnung des Europäischen Parlament und Rates (EU) Nr. 2019/518

[2] Verordnung des Europäischen Parlament und Rates (EG) Nr. 2019/518

[3] Vorschlag zur Änderung der Verordnung s. Procedure 2018/0076/COD

[4] Vorschlag zur Änderung der Verordnung s. Procedure 2018/0076/COD




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